Die Auswahl war nicht einfach, denn ich hatte natürlich nur Trailer und im besten Fall ein paar Kritiken bei IMDb zur Verfügung. Aber wie so oft, hat mich mein Gespür für gute Filme nicht im Stich gelassen. Nach ein paar kurzfristigen Änderungen gegenüber meiner ersten Auswahl habe ich insgesamt neun empfehlenswerte Filme sehen können (ok, acht, der erste war dann doch nicht der Rede wert und Get Shorty zähl ich mal als ein Film, weil es auch nur eine Kinokarte war), die ich im folgenden mal aufliste:

Outlander - 6/10

Ein nettes kleines Fantasy-Filmchen mit einem bösen, leuchtenden Alien und einem Fremden aus dem Weltall, der zufällig bei den Wikingern landet und ganz schnell zum Held wird. Schön effektvoll und Pipapo, aber kennt man alles schon irgendwoher und natürlich alles voller Ungereimtheiten, wie es sich für so einen Film gehört.

Martyrs - 9/10

Uff, der zieht einen echt runter. Dieser Film ist psychischer Horror vom Feinsten. Ich kann es zwar gut verstehen, wenn jemand diesen Film einfach total scheiße findet. Genauso kann ich es aber verstehen, wenn jemand zusammenklappt.
Ich würde Martyrs irgendwo in die Arthaus-Ecke stecken, weil der ist schon echt was besonderes. Über die Handlung erzähl ich hier nichts, wer ihn sehen will, sollte auch vorher nichts darüber lesen. Ich wusste auch nicht wirklich was da auf mich zukommt und das war perfekt.

My Name is Bruce - 7/10

Und dieser hier hat mich direkt wieder aufgebaut. Bruce Campbell wie er leibt und lebt! Total abgefahren :D
Er spielt sich in diesem Film selbst und wird von einem seiner größten Fans in ein kleines, verlassenes Dörfchen gezerrt, wo er den Helden spielen soll. Nicht ahnend, dass diese Rolle nicht sein ersehntes Geburtstagsgeschenk sein sollte, sondern die pure Realität, zieht er, sprüche kloppend, los, um dann wie ein Baby davonzurennen! Doch er wäre nicht Da Bruce, wenn er das Pferd nicht doch noch schaukeln würde!

Aber ein paar Punkte abzug, weil es eben doch nur eine Liga weiter unten spielt und manche Gags einfach nicht gezündet haben. Aber auf jeden Fall sehenswert!

The Strangers - 7/10

Naja, ein klassischer Suspense-Horror halt. Jeder Schocker wird erstmal groß und breit angekündigt, z.B. mit ansteigender Musik oder sowas. Außerdem Killer, die eine Maske tragen, Flüchten in Wandschränke, plötzlich anspringende Plattenspieler und alle möglichen anderen Klischees. Liv Tyler macht sich aber gut als hilfloser Schreihals!

Nichts neues, nichts schlechtes, kein Grund ihn nochmal zu schauen.

Get Shorty (kleines Kurzfilmfestival)

War ne okaye Auswahl. Mein Favorit war eindeutig “Arbeit für alle”. Der war der absolute Kracher! Man ist dabei, wie der alte Schulze noch mit 72 Jahren im Rollstuhl seiner Arbeit als Teilzeit-Zombiejäger nachgehen kann, alles nur dank dem freundlichen, unbezahlten Praktikanten der “Agentur für Arbeitsbetreuung”. Einfach nur geil gemacht. Ist im Stil einer dieser trockenen Reportagen gedreht, ein bisschen wie Staplerfahrer Klaus.
Auch witzig war “The Saddest Boy in the World”. Der Titel sagt alles.

Absoluter Abschuss war Shuteye Hotel. Was ein Scheiß. Da hat sich der Regisseur bestimmt gedacht, “Hey, ich will einen Kurzfilm mit einem Köpfe- fressenden Kissen machen, und das mit einem komischen Comic-Stil”. Joa, mehr hat er auch nicht wirklich gemacht. Köpfe ab, Polizei kommt, Kissen tot, Ende? Nein, welch Überraschung. Es gibt noch ein Kissen! Ende.
Ne du, geht garnicht sowas.

Waltz with Bashier - 9/10

Exzellent. Eine animierte, autobiografische Anti-Kriegs-Dokumentation, die über Interviews und Flashbacks Stück für Stück die vernebelten Erinnerung des Regisseurs, Ari Folman, auffrischt. Schockierend und eindringlich. Am Ende war Totelstille im Saal.

Mirrors - 8/10

Also erstmal war der Film sehr laut! Die Soundkulisse rockt echt richtig! Es geht um einen Ex-Cop, der einen Job als Wächter in einem verlassenen, verbrannten Kaufhaus annimmt (das Kaufhaus soll irgendwann aufgeräumt werden, aber die Bürokratie lässt das alles etwas auf sich warten, also muss jemand solange drauf aufpassen. Das nur zur Erklärung). Wie auch immer, er spaziert eines Abends so lang und merkt dass die Spiegel im Gebäude etwas anderes abbilden, als wirklich passiert und stellen auch ziemlich brutale Dinge mit der Realität an. Seine Vorgänger sind daran schon gestorben. Sie wollen etwas von ihm und das versucht er fortan aufzuklären, damit endlich Ruhe ist. Erstmal glaubt ihm natürlich keiner, besonders seine Frau, was sich aber sehr bald ändert.

Das ganze wird mit einem ziemlich krassen Sound unterlegt und hat auch ganz coole Schocker mit drin. Hätte nicht gedacht, dass mich ein plötzlich auftauchendes Wesen auf dem Rücksitz eines Autos nochmal so packen kann, wo dieser Effekt doch so alt ist. Hier funktioniert es wieder.

Ich war auf jeden Fall positiv überrascht. Hatte eigentlich nur erwartet ganz gut unterhalten zu werden, aber mehr auch nicht. Der Film hat mich aber richtig gut unterhalten! Die anderen Kinogänger schienen auch begeistert gewesen zu sein.

Etwas enttäuschend fand ich das Finale. Da wurde nochmal richtig aufgedreht, als ob man am letzten Drehtag nochmal nen dicken finanziellen Zuschuss für Special Effects bekommen hat und die letzten Seiten des Drehbuchs verloren gingen. Auf jeden Fall völlig übertrieben und fehlplaziert.

Transsiberian - 8/10

Sehr guter, langsamer Thriller mit Woody Harrelson und meinem Lieblings-Rehauge Emily Mortimer! Auf jeden Fall sehr spannend und empfehlenswert!

The Chaser - 8/10

Also schonmal sehr cool. Kann man schlecht einordnen. Am Anfang eine Mischung aus Komödie (aber echt lustig!) und Thriller und plötzlich fällt der lustige Teil weg und es wird richtig krass. Das Ende wurde leider etwas extrem lang, man dachte ständig, “jetzt ist aber mal gut”, aber es ging immer weiter und weiter.

Alles in allem bin ich sehr zufrieden und freue mich auf nächstes Jahr im April, wenn die FFF NIGHTS, das kleine Fantasy Filmfest, anlaufen.