Archiv für November, 2008

Obama und der Messiaskult

Von madcybi am 8. November 2008 | 1 Kommentar »

Jaja, die Wahl ist endlich vorbei, alle dreckige Wäsche wurde gewaschen und alle Vorwürfe sind platziert. Und doch hat mich dieses Land - einmal mehr - mit einem Resultat überrascht, das ich so nicht erwartet hätte. Einen so klaren Sieg von Obama hätte ich mir nicht mal in meinen kühnsten Träumen ausmalen wollen. Einfach nur geil! Obama hat praktisch doppelt so viele Wahlmänner auf sich vereint, wie McCain und das ist nicht nur ein Erdrutschsieg, das ist gepaart mit dieser unfassbar hohen Wahlbeteiligung (gabs sowas schon mal irgendwo auf der Welt bei wirklich freien Wahlen?) sowie dem eigentlichen Resultat nichts anderes als ein Ereignis von historischem Ausmass. Amerika hat einen Schwarzen als Präsident. Man muss sich erstmal bewusst werden, was das überhaupt bedeutet, um sich der wahren Tragweite dieses Entscheids klar zu werden.

Noch vor einigen Jahrzehnten durften die Menschen mit schwarzer Hautfarbe in den USA nicht mal wählen. Mal abgesehen davon, dass sie dazumals von der grossen Mehrheit der Amerikaner als nicht viel wertvoller wie ein normaler Strassenköter betrachtet wurden. Und jetzt, nur knapp drei Jahrzehnte später, steht Barack Hussein Obama auf der Bühne der Welt und lässt sich von seinen Anhängern frenetisch als neuen Präsidenten der USA feiern.

Ich weiss, es klingt unglaublich abgedroschen, aber ich weiss jetzt wie sich meine Eltern gefühlt haben müssen, als ein gewisser John F. Kennedy Präsident der USA war. Ich kann nachvollziehen, dass in diesen Zeiten die ganze Friedensbewegung ihren Anfang genommen hat. Dass während dieser Zeit die Leute dachten, dass sie die Welt verändern können. Ich kann das nachvollziehen, weil es mir momentan ziemlich ähnlich geht. Ich habe mir einige von Obamas Reden angeguckt und ich gebe gerne zu, dass mich dieser Präsident fasziniert. Und zwar aus einem einfachen Grund. Er ist wie wir. Er ist gleichzeitig die junge und die alte Generation. Er ist gleichzeitig der Politiker und der Hard-Working-Man von der Strasse. Er ist gleichzeitig Middle-Class und High-Class. Er vereint sowohl Erfahrungen von Arm und Reich in sich. Und trotz alle diesen Fähigkeiten ist er auf dem Boden geblieben und hat seine Überzeugung nie verloren.

Ich habe momentan wirklich das Gefühl, dass dieser Mann Grosses bewirken kann. Grosses, nicht nur in seinem eigenen Land, sondern in der ganzen Welt. Ich möchte diesen - zugegebenermassen etwas euphorischen - Beitrag mit einem Zitat aus einer seiner Reden schliessen, die mich wahnsinnig beeindruckt hat.

“If we can change a town, we can change a state. If we can change a state, we can change the country. And if we can change the country, we can change the whole world!”
Können wir tatsächlich die Welt verändern? Ihr kennt die Antwort bereits…

YES WE CAN!

Change

Von Jason am 5. November 2008 | 3 Kommentare »

Jetzt ist es also passiert. Obama ist der neue Präsident der USA!

Ich habe gestern noch versucht die Ergebnisse live auf CNN zu verfolgen, aber ich wusste, dass ich das nicht durchhalte und dass sich das auch nicht gerade positiv auf den nächsten Morgen ausgewirkt hätte. Denn auf der Arbeit musste ich trotzdem erscheinen, soviel war klar.
Das Star Wars-mäßige Hologramm im CNN-Studio hab ich zum Glück noch mitgekriegt. Wie geil war das denn bitte?
Nun, weniger geil war eigentlich die, von roter Farbe dominierte Landkarte zu dem Zeitpunkt als ich ausschaltete. Ich hatte wenig Hoffnung und wollte mir den Herzinfarkt für den nächsten Morgen aufheben. Dieser allerdings hätte nicht besser sein können. Das Radio weckte mich und verlautete die erfreuliche Meldung. Noch im Halbschlaf breitete sich ein Grinsen auf meinem Gesicht aus, das bis jetzt noch anhält.

Doch wieviel “Change” wird Barack Obama wirklich mitbringen. Waren das alles nur leere Worte? Er hat immerhin einiges aufzuräumen, nach acht Jahren Bush. Fragen, die in den nächsten vier (oder acht?) Jahren hoffentlich eine gute Antwort bekommen.
Historisch gesehen, gibt es jedoch jetzt schon genug Grund zum Feiern. Der erste schwarze Präsident. Die höchste Wahlbeteiligung. Die meisten eingesammelten Spenden. Die wohl bekloppteste Vizeanwärterin? :D

Es hat sich auf jeden Fall einiges getan und das kaputte Image der USA im Rest der Welt weicht langsam wieder zurück. Darf man nun wieder vom “American Dream” reden? Ein Land, zu dem man wieder aufschauen kann? Wir werden sehen.
Und wir dürfen auch nicht vergessen, was mit Kennedy passiert ist. Hoffen wir das beste.

Doch für Skepsis ist morgen auch noch Zeit. Freuen wir uns heute einfach und schauen uns die tolle Rede vom neuen Mr. President direkt nach der Wahl an:

Noch sitzt übrigens George W. im Weißen Haus. Ein wenig Geduld ist also noch nötig.