Mein Lieblingsbuch
Von Bernhard am 17. Juli 2008 | 4 Kommentare »
Eigentlich wollte ich diesen Blogeintrag wieder mit dem Titel “Kennt ihr das auch…?” beginnen wollen, hab’ mich dann aber für den nicht weniger einfallslosen Titel “Mein Lieblingsbuch” entschieden.
Kennt ihr das auch(ja, ich weiß…), dass man aus einer Unmenge von gelesenen Büchern - in meinem Fall sinds nur ca. 30Stk,aber die Sammlung wächst - aus Langeweile immer wieder das gleiche Buch, sein Lieblingsbuch, herauszieht?
Und wenns bei mir nicht das Lieblingsbuch ist, dann wenigstens ein Buch von meinem Lieblingsautor, der übrigens der Autor von meinem Lieblingsbuch ist - der Kreis schließt sich also.
In meinem Fall handelt es sich dabei um das Buch “Sense” von Jörg Juretzka. Ich hab von diesem Autor schon mehrmals im Forum geschwärmt, aber bisher hat dem wohl noch keiner Beachtung geschenkt also muss ich schwerere Geschütze auspacken. Der Schreibstil von Juretzka ist meiner Meinung nach schwer zu beschreiben, denn es gibt kaum Bücher von anderen Autoren die einen ähnlichen Stil haben - zumindest sind mir (fast) keine bekannt. Er schafft es die Personen in seinem Buch mit allen Macken und Kanten detailliert zu beschreiben und einem immer mal wieder mit einem Wortwitz zu überraschen.
Die Hauptperson in den meisten Juretzka Romanen ist der Privatdetektiv Kristof Kryszinski, der sowohl auf Grund seines zumeist vernachlässigten Äußeren als auch der zahlreichen (schlechten) Angewohnheiten - rauch viel, trinkt viel, kokst viel, hasst elektronische Musik - nicht gerade als Idealbesetzung für diesen Beruf gilt.

Inhaltsangabe:
Kristof Kryszinski geht der ehrenwerten Profession eines Privatdetektivs nach, hat jedoch seine guten Jahre bereits weit hinter sich gelassen, wenn er sie denn überhaupt je erlebt hat. Selbst etwas heruntergekommen, liebt er alte japanische Schrottkarren über alles, lehnt kaum einen kräftigen Schluck ab und sucht dringend Aufträge, denn Bargeld hat er seit einiger Zeit nur von weitem gesehen. So nimmt er, wenn auch völlig verkatert, den Auftrag an, den verschwundenen Sascha “Pascha” Sentz zu finden, einen steinreichen Betreiber von Spielautomatenhallen, der nach einem abendlichen Abkassieren seiner Einnahmen nicht zu Heim und Herd zurückgekehrt ist. Kryszinskis Arbeitsmethoden erweisen sich nicht gerade als konventionell. Jeder systematischen Suche abhold, verlässt sich der Detektiv lieber auf seinen “bewährten” Instinkt. Zusammen mit Freund Scuzzi, einem Italiener ohne Italienischkenntnisse, aber äußerst gewandt im Umgang mit der Halbwelt, macht er sich auf die Suche nach Sentz. Um gleich alles zu verbocken. Doch Freund Zufall hilft. Kryszinski spürt den Automatenkönig auf, um sich sogleich mit ihm zu besaufen und am nächsten verkaterten Morgen vor dessen Leiche zu stehen. Wie erklärt man diese Geschichte den beiden Bullen, die ihn ohnehin in die Pfanne hauen wollen. Um aus dieser verfahrenen Situation herauszukommen, bedarf es nun echter Klasse.
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Die Bücher von Juretzka werden zwar als Kriminalromane gelistet, kommen von der Spannung aber bei Weitem nicht an die Romane von anderen Autoren heran (z.B: Mankell). Also wer auf Spannung bis zum Schluss steht sollte besser die Finger von Juretzka lassen. Wer aber Bücher in einem lockeren Stil sucht, die kriminaltechnisch angehaucht sind und mit ironischen Bemerkungen gespickt sind, die nicht durch eine vermurkste Übersetzung verloren gehen, der wird mit Juretzka sicherlich glücklich.
Habt ihr ein/einen Lieblingsbuch/Lieblingsautor?