Meine erste Woche im dritten Semester ist vorbei.
Montag
Mein Montag war nicht so wahnsinnig interessant, eine Vorlesung nur gehabt (Technische Akustik) und die hat nichts besonderes geliefert. Deswegen erzähl ich mal aus der Einführungsveranstaltung für die Erstsemester, von der mir erzählt wurde.
Der Präsident der TUM Dr. Mario Theissen 2.0 hat diesmal anscheinend sehr kräftig aufgefahren, erinnert mich in Erzählungen bisschen an Schröder in der Elefantenrunde. Das erste waren seine Worte an die jungen Studenten: “Sie haben sich hier an der TU München beworben, damit haben Sie den ersten Intelligenztest bestanden.” Dazwischen kurzes Grundwissen, in München gibt es die zwei großen Unis “Technische Universität München - TUM” und “Ludwigs-Maximilians-Universität - LMU”. Dr. Mario Theissen 2.0 hat den neuen “TUMlingen” (so hat er uns letztes Jahr genannt) gesagt: “TU München steht für Top-Universität München. Und dann können Sie sich ja denken, wofür das L in LMU steht.”
So direkt hat er die LMU letztes Jahr noch nicht gedisst. Aber bei uns hat er auch einen netten Spruch gebracht. “Wir sind weltweit die einzige Partneruniversität von Stanford, das spricht natürlich für uns, aber vor allem spricht das für Stanford.”
Dienstag
Mein Dienstag war nicht so wahnsinnig interessant, zwei Vorlesungen gehabt (Technische Mechanik und Hydromechanik) und die haben nichts besonderes geliefert. Deswegen erzähl ich mal aus der ersten “Mathevorlesung” für die Erstsemester, von der mir erzählt wurde und die ich letztes Jahr selbst miterlebt habe.
Es handelt sich nicht um eine echte Vorlesung, nur wissen das die Studenten nicht. An der Fakultät “Bau- und Vermessungswesen” wird der zweite Tag freigehalten. Es geht Montag mit der Einführung los und die ersten Vorlesungen sind dann erst Mittwochs. Allerdings wird den Studenten am ersten Tag erzählt der Mathelehrstuhl bestehe auf seine Vorlesung am Dienstag, weswegen alle da sein sollen, zudem wird schon dort ausdrücklich gesagt es wird “auf Pünktlichkeit Wert gelegt.”
Am ersten Tag ist man ja noch motiviert, also erscheinen dann tatsächlich die Leute pünktlich und werden von einem jungen Herrn im Anzug zunächst relativ höflich begrüßt. Man nimmt, wenn man keine Ahnung hat, dem Typen absolut ab, dass er wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl sein könnte.
Er legt dann nach kurzem Gelaber mit dem Mathestoff los. Das macht er so schnell, dass niemand mitkommen kann, trotzdem geben die meisten nicht auf und versuchen bis zum Schluss mitzuschreiben, obwohl sie kaum eine Zeile beenden können.
Der eigentliche Spaß ist aber, dass der Typ total frauenfeindlich auftritt. Das fängt damit an, dass er die Studenten grundsätzlich mit “Meine Herren” anredet . Dann bietet er gemeinsame Theaterabende an, an die sich anschließend “sehr ergiebige Gespräche über Mathematik ergeben können. Allerdings bitte nur Männer.” Auf die Frage wie hoch der Frauenanteil unter den Absolventen sei liefert ein Eingeweihter aus dem Publikum das Stichwort “5%”, woraufhin er sagt: “Ja, eher so 3 bis 5%. Und wissen Sie, 3-5%, das ist für mich in der Mathematik eine Fehlerquote. Und die Frauen die dann noch dabei sind, sind meistens eh mehr Mann als Frau. Und der Rest wird rausgeschwängert.” Er hats tatsächlich geschafft, dass eine Studentin weinend den Saal verlässt. :ugly: Ich hoffe nur die hat dann möglichst bald erfahren, dass es nur Spaß war. :D
Zum Abschluss fordert er dann den ganzen Saal auf die Bayern-Hymne mit ihm zu singen und dafür aufzustehen. Insgesamt haben sich einige ältere Semester im Saal verteilt und einige wissen halt doch, was los ist, die stehen dann auch sofort auf, weswegen dann nach und nach wirklich fast alle aufgestanden sind. Er zeigt dann in seiner PP-Präsentation die ersten Zeilen der Hymne und fängt an zu singen. Als er dann ans Ende dieser Zeilen kommt klickt er zur nächsten Folie, auf der dann steht: “Herzlich Willkommen zum Weißwurstfrühstück der Fachschaft Bau- und Vermessungswesen”. Darauf folgt eine sehr große Erleichterung im Saal und eine großer Applaus. :) Und natürlich das bereits vorbereitete Weißwurstfrühstück vor dem Saal.
Mittwoch
War eigentlich nix besonderes. Currywurst in der Mensa für 1€ war ganz in Ordnung.
Donnerstag
Am Donnerstag war Einschreibung für die Tutorübungen im Fach “Computerorientierte Methoden”. Dazu bietet die Uni Online ein System an, in dem der Lehrstuhl die Kurse einträgt und die Studenten sich dann eintragen müssen. Wer zuerst kommt hat halt freie Auswahl. Eigentlich war angekündigt, dass die Anmeldung um 11 Uhr beginnen sollte. Allerdings waren die ersten Gruppen bereits ab Mitternacht freigegeben. Das haben alle erfahren, als sie um kurz nach 10 Uhr zur ersten Vorlesung gekommen sind. Dann haben sich natürlich auch gleich alle eintragen wollen. Allerdings hat der Ansturm von ca. 250-300 Studenten auf das System die komplette Webseite der TUM zum kapitulieren gebracht. Ich bin zum Glück noch relativ gut reingekommen und hab eine der optimalen Gruppen erwischt. Danach war die Seite der Uni ca. 30 Minuten quasi nicht erreichbar.
Wir haben uns natürlich beschwert, dass 11 Uhr angekündigt war und dann die viel früher drinstehen, die Erklärung fand ich aber dann toll. Das System, dass dafür da ist, dass man sich in solche Gruppen einträgt ist nicht dafür ausgelegt, dass so viele Gruppen gleichzeitig geöffnet werden. Deshalb hat das System automatisch die erste Hälfte der Gruppen schon um Mitternacht geöffnet. Um 11 Uhr dann die zweite Hälfte. Das ist mal ein System. ;)
Das allerbeste ist, dass in diesen Tutorübungen an PCs in Computerräumen gearbeitet wird, ca. 30 PCs pro Raum. Weil die Experten allerdings nicht von unserer aktuellen Zahl, sondern von der Zahl Studenten von Beginn des ersten Semesters ausgegangen sind haben sie 45 Leute pro Gruppe vorgegeben. Das heißt nicht jeder hat seinen eigenen PC. Und das, obwohl das nicht nötig gewesen wäre, weil inzwischen eben schon einige aufgehört haben. Aber keiner der jetzt in den vollen Gruppen ist wird freiwillig in eine der nicht vollen gehen wollen, weil das natürlich die “unbeliebteren” sind.
Freitag
Chemie-Klausur über das Praktikum der letzten zweieinhalb “Ferienwochen”. Ich bin eigentlich wenig begeistert rangegangen. Hab mal wieder viel zu wenig gelernt, wollte den Mist aber weghaben, weil ein Bestehen auch “Nie wieder Chemie” bedeutet. Ich habe mir gestern einen Zettel geschrieben, mit einigen Dingen, von denen ich dachte sie kommen bestimmt dran. Den hab ich dann heute früh noch quasi auswendig gelernt und es kam tatsächlich fast alles davon dran. Dazu noch ein paar Sachen die auch immer drankommen, die ich mir nicht aufgeschrieben habe.
Dann noch eine Redoxgleichung, die aber nicht allzu schwer war und zwei Aufgaben, von denen ich keine Ahnung hatte und nix hingeschrieben habe.
Eigentlich hätte ich aber schlimmeres erwartet, so bin ich mir jetzt eigentlich sicher bestanden zu haben. Wenn das, was ich hingeschrieben habe alles richtig ist ist sogar eine relativ gute Note drin. (Relativ heißt im Verhältnis zu meinen sonstigen Noten. :D )
Alles in allem eine ganz nette Woche, deren unerwarteter Höhepunkt eigentlich heute die Chemieklausur war. Es war die erste von 14 Wochen Vorlesungszeit (wieder mal ein Mördertitel :) ). Die anderen 13 ( :huch: 13 ), können kommen.
Auf Wiadaluaga,
Felix